Mittelstand – enormes Wachstumspotential im Ausland

Im Ausland liegt die große Wachstumschance für den deutschen Mittelstand. Der Schritt in die Internationalisierung ist für deutsche KMUs laut Experteneinschätzung unumgänglich. Warum trotz vieler Erfolgsgeschichten längst nicht jedes Unternehmen diesen Schritt wagt, zeigt unter anderem eine im April veröffentlichte Studie.

Die Ergebnisse einer Befragung von 4000 mittelständischen Unternehmen durch TNS Infratest im Auftrag der Commerzbank vom April 2013 zeichnen ein positives Bild vom Mittelstand. Die aktuelle Studie belegt nun, dass der Mittelstand bei aller Skepsis im internationalen Geschäft gut aufgestellt ist. Der Anteil der bereits international aktiven Firmen ist weiterhin stabil. Die deutschen Unternehmen haben zahlreiche Anpassungen vorgenommen und sich stärker an den Bedürfnissen des Zielmarktes orientiert. Knapp die Hälfte der Unternehmen hat die Steuerung aus der deutschen Zentrale straffer gestaltet. Außerdem erkennt knapp jedes zehnte Unternehmen Potential im Ausland für die eigene Branche. Die Euro-Krise hat allerdings das Vorgehen der Unternehmer bei den Auslandsexpansionen verändert.

Der typische Weg – erst in EU-Nachbarländern wachsen, dann die Internationalisierung in weiter entfernten Märkten vorantreiben – ist laut der Erhebung für viele Mittelständler derzeit wenig attraktiv. Noch dazu kommen die Angst vor mangelnder Rechtssicherheit, mögliche Handelsbarrieren und die Frage nach dem Schutz des geistigen Eigentums. Für jeden zweiten Mittelständler sind außerdem Währungsrisiken ein Hemmnis. Heutzutage ist es unabdingbar, direkt und ohne den europäischen Umweg in die großen Wachstumsmärkte, insbesondere in Asien, Nord- und Südamerika, einzusteigen. Dr. Thomas Kuhmann, Managing Partner der neu gegründeten Lehel Invest Bayern (LIB), sieht gerade in der Internationalisierung über den europäischen Raum hinaus die große Chance für den deutschen Mittelstand. „Zwei Drittel der international tätigen deutschen Mittelständler nutzen auch Wachstumschancen jenseits der etablierten Märkte in Europa, Nordamerika und Japan. Viele profitieren von den Vorteilen internationaler Arbeitsteilung auch in der Beschaffung und Produktion. Indien, Brasilien und die südostasiatischen Staaten (ASEAN) werden als Beschaffungsmärkte und Produktionsstandorte zukünftig an Bedeutung gewinnen“, so Dr. Kuhmann.

Aus „Made in Germany“ wird „Managed in Germany“

Die Studie belegt auch, dass sich 71 Prozent der deutschen mittelständischen Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz über 50 Mio. Euro, und 38 Prozent der Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz unter 5 Mio. Euro bereits im Ausland engagieren. Jedes vierte international aktive mittelständische Unternehmen unterhält einen eigenen Auslandsstandort.
Die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen nimmt dabei weiter zu. Knapp zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, dass internationale Kunden künftig darauf achten, dass ein deutsches Unternehmen den Produktionsprozess steuert. Dabei müssen Produkte nicht zwangsläufig in Deutschland hergestellt werden. Unternehmen haben die Chance, die Marke „Made in Germany“ um den Wettbewerbsvorteil „Managed in Germany“ zu erweitern.

„Unternehmen sind bei ihren Internationalisierungs-Bestrebungen sowohl auf Finanzierungshilfen, als auch auf operative Begleitung angewiesen“, so Dr. Kuhmann, der gemeinsam mit den drei weiteren Gründungspartnern mehr als 60 Jahre Erfahrung im Beteiligungs-Management und in der operativen Steuerung von Unternehmen in Europa, Asien, Südamerika und den USA bei der LIB vereint. „Die Lehel Invest Bayern (LIB) wurde im Jahr 2013 speziell mit dem Ziel gegründet, Auslandsinvestitionen mittelständischer Unternehmen zu fördern. Besonderer Fokus liegt auf Unternehmen im bayerischen und süddeutschen Raum, die in den schnell wachsenden ausländischen Märkten in den neuen Konsummärkten Fuß fassen wollen oder als Zulieferer auf eine Präsenz beim Auftraggeber vor Ort angewiesen sind, “ so Dr. Kuhmann.

Aktive Unternehmensbeteiligung als Liquiditätsgarant

Hier schließt LIB als einer der wenigen privaten Anbieter in diesem Bereich mit einem geplanten Fondsvolumen von € 60-80 Mio. konsequent eine Lücke: Durch aktive Beteiligungen am Unternehmen wird zusätzlich Liquidität und eine Verbesserung der Eigenkapitalbasis geschaffen, die wiederum den Zugang zu weiteren Krediten vereinfacht. Besonderen Wert legt Lehel Invest Bayern dabei auf die operative Begleitung während des Beteiligungszeitraums. „Keiner unserer Gründungspartner versteht sich als ‚Banker‘, wir alle haben durchgängig langjährige Erfahrung in der aktiven Führung von Unternehmen“, betont Dr. Kuhmann.
Im Ergebnis kommt es also mehr denn je darauf an, die derzeit lukrativen Weltmärkte zu identifizieren und mit einer fundierten Wachstumsstrategie und der richtigen Unterstützung konsequent zu investieren.