Nominiert für die Dieselmedaille 2013 in der Kategorie Erfolgreichste Innovationsleistung (Teil 1)

Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht / Herrenknecht AG – Tunnelvortriebsmaschinen

Vom Büro in einer Mietwohnung in Lahr zum gigantischen Werksgelände in Schwanau und Konzernstandorten in rund 30 Ländern: „Man darf nie stehenbleiben“ ist das Motto des heute 70 -jährigen Martin Herrenknecht. Die Schwächen der damaligen Tunnelbohrmaschinen bewegten den Diplom-Ingenieur 1975 zur Gründung eines kleinen Ingenieurbüros und zu der Entwicklung der Maschinentypen MH1-MH3 für den mechanisierten Rohrvortrieb in Lockerboden. Damit legte Martin Herrenknecht den Grundstein für eine anhaltende Erfolgsgeschichte.

Heute ist der Herrenknecht Konzern mit rund 5.000 Mitarbeitern, weltweit führender Premium-Anbieter für umfassende technische Lösungen beim maschinellen Vortrieb von Tunnelinfrastrukturen aller Art sowie bei der Erschließung unterirdisch gelagerter Energiequellen und Rohstoffvorkommen. Der Herrenknecht Konzern erwirtschaftete im Jahr 2012 eine Gesamtleistung von 1,1 Mrd. Euro. „Unser Unternehmenserfolg basiert auf hohen qualitativen und technischen Standards unserer Kernprodukte, Zusatzeinrichtungen und Serviceleistungen“, so Martin Herrenknecht.

Die Geschäftsfelder sind vielfältig: Traffic Tunnelling, Utility Tunnelling, Exploration, Mining. Tunneldurchmesser von zehn Zentimetern oder bis zu 19 Metern, Tiefbohrungen bis zu 8000 Metern oder maschinell nach oben getriebene Stollen sind für die Herrenknecht-Anlagen kein Problem. Weltweit haben Baufirmen im Großdurchmesserbereich insgesamt rund 2.300 Kilometer neue Tunnel mit Herrenknecht-Technologie erstellt. Weltweit sind rund 850 Maschinen von Herrenknecht unterwegs, um Wasser- und Abwassersysteme, Gas- und Ölpipelines sowie Rohrleitungen für Strom, Internet und Telefonie zu bauen und zu verlegen. Der Technologieführer ist erste Wahl, wenn es um spektakuläre Projekte geht: Herrenknecht-Bohrer trieben am Gotthard den mit zwei 57 km-Röhren längsten Verkehrstunnel der Welt voran und untertunnelten den Bosporus für Istanbuls Trinkwasserversorgung. Für einen Autotunnel in Madrid baute Herrenknecht 2005 den damals weltgrößten Tunnelbohrer (Durchmesser 15,20 Meter).

Aktuell hat der Konzern mit dem neuen halboffenen Pipe Expressâ-Verfahren und dem ersten Referenzprojekt, der Verlegung einer Gaspipeline in den Niederlanden, für Aufsehen gesorgt. Mit einer Vortriebsgeschwindigkeit von bis zu 1,20 Meter pro Minute bestätigte dieses Verfahren sein großes Potential. Ständige Innovationen gepaart mit langjährigen Kundenbeziehungen sind Martin Herrenknechts Erfolgsrezept. In zwei Jahren wird sein Sohn in das Unternehmen einsteigen, und zwar an der Basis auf Baustellen. Denn: „der Kunde spürt, ob man selbst etwas vom Produkt versteht“, sagt Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht.