„Ohne Gesundheit ist alles nichts“

| Experten diskutieren bei Roche über Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

50 Teilnehmer beim BVMW Unternehmerabend in Penzberg

| Es hat sich viel getan in den letzten Jahren beim Arbeitsschutz von Mitarbeitern in Unternehmen. Gab es beispielsweise in der Chemiebranche in den 60er Jahren noch mehr als 100 meldepflichtige Unfälle auf 1.000 Mitarbeiter, so hat sich das Niveau seit einigen Jahren auf unter 20 eingependelt. Doch die Gefährdungen haben sich auch verlagert: Berufsunfähigkeit aufgrund psychischer Probleme rangiert seit 2006 auf Platz Eins der Frühverrentungs-Statistik, seit dem Jahr 2000 haben Krankmeldungen aufgrund psychischer Erkrankungen um rund 40 Prozent zugenommen.

Über nachhaltige Möglichkeiten zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz diskutierten am Donnerstag, 31. März 2011, auf Einladung des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft sechs Experten beim Gesundheitsunternehmen Roche Dagnostics in Penzberg. Für BVMW-Kreisgeschäftsführerin Mechthild Heppe war die Wahl des Veranstaltungsorts nicht zufällig: „Roche kooperiert mit einer Vielzahl von Lieferanten und Dienstleistern in der Region und ist ein verlässlicher Partner für den Mittelstand.“

Werkleiter Claus Haberda präsentierte die beeindruckende Zahl von über 300 Millionen Euro, die der Konzern jährlich für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen am Standort Penzberg ausgibt. Für die Gesundheit der etwa 4.800 Mitarbeiter am Standort ist Werksarzt Dr. Hansjost Richter mit einem Team der medizinischen Dienste, zu denen zwei weitere Werkärztinnen und 7 Mitarbeitende gehören, zuständig. Ein umfangreiches Programm innerhalb des Betrieblichen Gesundheitsmanagements deckt alle potenziellen Risikobereiche ab, vom Herz- und Schlaganfall-Check über Haut-Screening bis zur Voruntersuchung auf Dickdarmkrebs. Unter dem Motto „Hauptsach‘ g’sund“ lenken Richter und sein Team schon bei den Auszubildenden die Aufmerksamkeit auf einen sorgsamen Umgang mit der eigenen Gesundheit. Barbara Schaffenrath von der AOK Bayern berichtete aus ihrer Erfahrung, dass ein respektvoller und freundlicher Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten am Arbeitsplatz einen wesentlichen Teil zur psychischen Stabilität von Mitarbeitern beitragen kann. Vorstand Dr. Stephan Gronwald präsentierte das LIFE-Analysetool der TerraSana Life AG, das neben medizinischen Faktoren auch „weiche“ Kriterien wie soziale Vernetzung, Ernährungsgewohnheiten und sportliche Betätigung in die Beurteilung der Gesundheit von Mitarbeitern einfließen lässt. Geschäftsführer Markus Eder (Tyczka Totalgaz GmbH) verdeutlichte, dass betriebliches Gesundheitsmanagement nicht nur für ein großes Unternehmen wie Roche Diagnostics, sondern auch für einen typischen Mittelständler mit rund 400 Mitarbeitern ein zentrales Thema darstellt.

Unter der fachkundigen Leitung von Dr. Stephan von Beckerath (FH Bad Tölz) diskutierten die rund 50 Teilnehmer des BVMW-Unternehmerforums anschließend über konkrete Möglichkeiten, BGM im eigenen Betrieb umzusetzen.