Mit richtigen Bildungsangeboten zu wirtschaftlichem Erfolg

Unterschiedliche Leistungsanforderungen in Schule und Wirtschaft werden seit langer Zeit kontrovers thematisiert. Doch in Zeiten der Digitalisierung ist diese Diskussion wieder hoch aktuell. Lehrer sehen sich zunehmend mit dem Vorwurf konfrontiert, sie vermittelten Schülern nicht jene Kompetenzen, auf die es im Beruf einmal später ankomme. Doch wie kann die Schule junge Menschen optimal auf eine sich ständig wandelnde Arbeitswelt vorbereiten? Und was genau erwarten Unternehmen eigentlich von ihren zukünftigen Mitarbeitern?

Foto BLLV Gesprächsrunde
v.l.n.r.: Achim von Michel, Karsta Goetze, Simone Fleischmann, Gerd Nitschke (Bildnachweis: Jan Roeder)

Über diese kontroversen und zugleich spannenden Fragen diskutierte WORDUP PR-Geschäftsführer Achim von Michel im Juli mit der Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann, dem Vizepräsident des BLLV, Gerd Nitschke, sowie der Leiterin der Abteilung Human Ressources bei der W.L. Gore & Associates GmbH, Karsta Goetze. In seiner Funktion als bayerischer Pressesprecher und Beauftragter für Politik des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) thematisierte Achim von Michel in diesem Streitgespräch zentrale Anliegen des Mittelstands. So wies er bereits zu Beginn darauf hin, dass die Ausbildung junger Menschen zunehmend am Bedarf der Wirtschaft vorbeigeht: Immer mehr Schüler besuchen das Gymnasium und setzen ihre Ausbildung anschließend konsequent an einer Universität fort. Das fatale Ergebnis ist ein deutliches Überangebot an Akademikern, während praktisch berufsqualifizierte Fachkräfte in der Wirtschaft zunehmend fehlen. „Die Wirtschaft braucht nicht nur hoch kreative Akademiker, sondern auch Menschen, die fremde Ideen zuverlässig verwirklichen und tatkräftig zupacken“, so Achim von Michel in dem Redaktionsgespräch, das im im September 2017 im Magazin „Die Bayerische Schule“ (Auflage: 54.000 Exemplare) veröffentlicht wurde.

Zuletzt kamen die Diskussionsteilnehmer auch auf das Thema Digitalisierung zu sprechen. Seitens des BLLV wurde deutlich, dass Lehrer ihre Schüler sehr gerne besser auf die digitale Arbeitswelt vorbereiten würden, doch dabei zunehmend das Gefühl haben, mit den rasanten Entwicklungen einfach nicht mehr Schritt halten zu können. Nach Ansicht von Achim von Michel ist die Lehre aktueller Digitalisierungstrends jedoch gar nicht nötig. Stattdessen sollte an den Schulen in erster Linie die Medienkompetenz junger Menschen gefördert werden. Natürlich sollten sie am Ende ihrer Schulzeit einen geübten Umgang mit technischen Geräten zeigen – ernsthaft programmieren muss zu diesem Zeitpunkt aber noch niemand können.

Das Gespräch mit Simone Fleischmann, Karsta Götze und Gerd Nitschke können Sie HIER im Original herunterladen (Veröffentlichung in „Bayerische Schule“, September 2017):